Drunter & Drüber · Zwei-Öl-Marke aus Wien · Traumprojekt · eigenes Studio-Projekt
| Kunde | Wir selbst |
| Branche | Olivenöl · Direktvertrieb |
| Standort | Wien · Bezugsquellen in Andalusien und auf dem Peloponnes |
| Produkte | DRUNTER (Picual, robust, für die Pfanne, 750 ml / €19,90) · DRÜBER (Koroneiki, frühe Ernte, für den Teller, 500 ml / €22,90) · DUO-Bundle (€38,90) |
| Sprachen | Deutsch |
| Website-Typ | Shopify-adäquates Direktvertriebssystem, komplett selbst gebaut |

Die Ausgangslage
Zwei Öle, eine Meinung: eines für die Pfanne, eines für den Teller. Drunter & Drüber ist die These, dass ein Haushalt in Wahrheit nie mehr als zwei Olivenöle braucht — ein robustes zum Kochen (Picual aus Andalusien) und ein frühgeerntetes zum Finishen (Koroneiki vom Peloponnes) — und dass das Angebot vieler Ölregale eher Verwirrung stiftet als hilft.
Das Projekt ist unser eigenes. Kein Auftraggeber, kein Briefing, kein Budget-Rahmen von außen. Wir wollten sehen, was passiert, wenn wir eine Marke von Grund auf bauen — Produktentscheidung, Beschaffung, Sprache, Website, Shop, Versand — statt jemanden dabei zu begleiten. Der Zweck war ein doppelter: eine ernstgemeinte Marke, die tatsächlich Öl verkauft — und ein Prüfstein für unsere Arbeit als Agentur. Denn wenn wir uns selbst nicht bedienen können, warum sollten Kunden uns dann vertrauen?
Was wurde gebaut
Ein vollständiges Direktvertriebssystem — nicht nur eine Website, sondern die operative Infrastruktur einer kleinen Marke:
- Zweisäulige Navigation —
/drunterund/drueberals gleichberechtigte Hauptrouten. Kein „Sortiment", keine dritte Kategorie zum Verstecken; die These trägt die Architektur - Editorial-Startseite — sieben Sektionen, alle mit realer Fotografie: Herkunftsstein, Küchenporträt, Brotbild, Makro-Aufnahmen. Keine Stockware
- Kleines DUO-Bundle als Dritte — mathematisch dritter Produkttyp, konzeptuell nur die Ehrlichkeit: „wer beides will, kriegt beides zusammen billiger"
- Vier Verpackungsformate pro Öl — Squeeze-Flasche (Primärformat), Amberglas-Nachfüllflasche, Alu-Nachfülldose, 100-ml-Zerstäuber mit Messingmechanik. Jedes Format mit eigener Begründung, keine Format-für-Format-Werbetexte
- Warenkorb + Checkout — vollständig selbst gebaut (kein Shopify-Overhead), 10 % USt österreichisch, Rechnungsversand
- Editorial „Der ehrliche Teil" — eigene Sektion für die Sätze, die Marken normalerweise verstecken: warum Plastik-Squeeze-Flaschen in Ordnung sind, warum es kein drittes Öl geben wird, warum das teure Öl in die Pfanne darf
- Rechts- und DSGVO-Grundlagen — Impressum, AGB, Widerruf, Datenschutz, Versand & Zahlung — vollständig nach österreichischem Fernabsatzrecht

Das Ergebnis
Die Seite ist live, verkauft echtes Öl, wird von echten Menschen bestellt. Was den Prüfstein-Charakter des Projekts angeht:
| Lighthouse | Score |
|---|---|
| Performance | 90+ |
| Accessibility | 100 |
| Best Practices | 100 |
| SEO | 100 |
Wichtiger als die Zahlen: die Website hat den Charakter der Marke. Wer auf drunter-drueber.at landet, hört sofort eine bestimmte Stimme — trocken, präzise, gelegentlich schroff. Genau die Stimme, die wir uns anhören wollten.

Was wir gelernt haben
Erstens: Wer sein eigener Kunde ist, verzichtet auf die üblichen Ausreden. Bei einem bezahlten Auftrag lassen sich Kompromisse mit dem Budget, der Vorlaufzeit, dem Feedback der zweiten Ansprechperson begründen. Bei einem Eigenprojekt bleiben nur die Entscheidungen — jede davon sichtbar, jede davon deins.
Zweitens: E-Commerce ist eine andere Bau-Disziplin als Lead-Generierung. Normalerweise bauen wir Websites, die Anfragen erzeugen. Ein Shop ist ein anderes Kaliber — Warenkorb, Versandberechnung, Zahlungsintegration, Rücksendeprozess, USt-Abwicklung. Vieles davon hätten wir ohne dieses Projekt nicht so genau verstanden.
Drittens: Die redaktionelle Ehrlichkeit war das schwierigste Element. Sätze wie „Kein drittes Öl. Kein Sortiment. Nur die zwei, die man wirklich braucht." sind trivial zu schreiben und schwer zu unterschreiben — weil sie eine Wachstumsgrenze eingehen. In der Konsequenz ist die Sprache die eigentliche Signature der Marke, nicht die Bildwelt.
Viertens: Der Prüfstein-Charakter funktioniert nur, wenn das Projekt tatsächlich versandtauglich ist. Ein „Konzept-Case-Study"-Projekt, das nie verkauft, wäre Selbstlob. Weil hier jemand tatsächlich Öl bestellt, ist die Übung ernst gemeint.
„Öl ist nicht Zutat. Öl ist die letzte Entscheidung, bevor der Teller den Herd verlässt."
— Drunter & Drüber, Startseiten-Manifest